Nachrichtensprecher liest Krebsgeschichte

MÜNSTER. Vergangene Woche hat er in der Tagesschau noch den Christian Wulffs Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten verkündet: Am Samstag saß Nachrichtensprecher Marc Bator in den Arkaden und las vor einem jungen Publikum eine ganz andere Geschichte vor. „Wenn man etwas bekommt, muss man auch was zurück geben“, sagte der Tageschau-Sprecher. Vergangenen August verliehen Münsters Domfreunde Bator einen Domstein. Damit wollte der Verein das Engagement Bators für soziale Angelegenheiten würdigen. Nun war der Wahlhamburger der Einladung der Domfreunde sowie des Vereins zur Förderung krebskranker Kinder gefolgt, um sich für die Auszeichnung zu revanchieren. Mehrere Wochen im Jahr ist Bator in Münster, um die Sendung „Ihr gutes Recht“ beim WDR aufzuzeichnen. In den Münster-Arkaden legte der Hanseat am Samstag Kinder und deren Eltern ein Projekt krebskranker Kinder ans Herz und unterhielt die Besucher mit einer besonderen Märchenstunde mit der Geschichte „Unsere Prinzessin ist krank“.

Mann aus dem Fernsehen
„Prinzessinen im Märchen werden doch nie krank“, sagte die kleine Anna. Dass das scheinbar nicht immer so ist, weckte die Neugier der Siebenjährigen. Gespannt erwartete die Grundschülerin die Lesung vom Mann aus dem Fernsehen. Über ein Jahr lang hatten rund 40 an Krebs erkrankte Kinder der onkologischen Station der Uniklinik Münster an dem Märchenbuch „Unsere Prinzessin ist krank“ gearbeitet. Als Teil des kunsttherapeutischen Angebots von Nina Frye ist so eine ebenso bedrückende, wie hoffnungsvolle Geschichte über eine krebskranke Prinzessin entstanden.

Prominente Stimme
„Die Kinder sind sehr stolz auf ihr Werk“, sagt Christel Hüttemann, Vorsitzende des Fördervereins. Für die kleinen Patienten sei das Verarbeiten ihrer Gefühle auch in der behandlungsfreien Zeit von enormer Bedeutung, so Hüttemann, die vor 30 Jahren als betroffene Mutter den Verein mitgründete. Gerne bediente man sich da der prominenten Stimme, um aus dem einerseits bunten aber auch bewegenden Werk vorlesen zu lassen. Marc Bator hatte das Buch schon einige Wochen zu Hause liegen. „Ich bin tief beeindruckt, wie viel Kraft und auch Hoffnung darin steckt“, sagt der Vater zweier Töchter. Tatsächlich nahmen auch die kleinen Zuhörer mit ihrer Fantasie und Leichtigkeit dem Märchen die Tragik. So findet Anna den Verlust der langen roten Haare der Prinzessin durch die Chemotherapie gar nicht dramatisch, weil, „vielleicht findet sie ja schwarze Locken viel schöner und kann endlich ihre Lieblingsfrisur als Perücke tragen“. Kathrin Hartz, MZ

Gruppenbild mit Tagesschau-Mann Bator nach der Lesung in den Arkaden am Samstag. MZ-Foto Witte
Bekannt aus dem Fernsehen: Nachrichtensprecher Marc Bator. MZ-Foto Hartz

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