Domfreunde begrüßten André Nieuwkoop

(von Gabriele Hillmoth, Westfälische Nachrichten vom 07.12.2015)

MÜNSTER. André Nieuwkoop besitzt ein außergewöhnliches Talent. Der 25-jährige Niederländer kann keine Noten lesen, trotzdem ist sein Orgelspiel sehr imposant und betont gefühlvoll. Der junge Organist gab am Samstag sein Debüt an der Domorgel. Die Domfreunde machten den Auftritt zu bester Marktzeit in Münster möglich. Dompropst Kurt Schulte hatte eine Ausnahme gemacht.

Eigentlich hätte der junge Organist aus den Niederlanden bei seinem Orgelspiel viel mehr Zuhörer verdient gehabt. „Ich komme wieder“, versprach er seinen Gastgebern. Peter Glahn von den Domfreunden wird es gern gehört haben. Er war es, der den Kontakt zu dem jungen Organisten aus Utrecht hergestellt hatte.

André Nieuwkoop ist seit vier Jahren in seinem Heimatland unterwegs und gibt in vielen Kirchen Konzerte. Am liebsten sei es ihm, verrät er später, wenn die Besucher mitsingen.

Normalerweise sitzt der junge Niederländer als zweiter Kapitän im Ruderhaus eines 110 Meter langen Binnenschiffes und liefert Kohle und Container aus. Meistens würden sie durch Holland und Belgien fahren, ab und zu gehe es nach Deutschland.

Das Orgelspiel, das bei ihm mit drei Jahren begonnen hat, soll aber sein Hobby bleiben, erzählt der 25-Jährige, der nach Gehör spielt und improvisiert.

Sein geplantes Repertoire hatte er in Münster noch kurzfristig umgestellt. „Es kommt auf den Moment an“,
erklärt Nieuwkoop. „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Mary´s Boychild“ waren jetzt zwei der zahlreichen Stücke. Dr. Thomas Eickhoff von den Domfreunden sprach vom „echt holländischen Spirit“.

Nieuwkoop seinen Bruder Henry als Dolmetscher mitgebracht, doch er kam sehr gut zurecht. Zumal ihm mit Fransje Sieger, die mit ihrem Mann Dieter Sieger bei den Domfreunden mitwirkt, eine Landsmännin zur Seite stand.

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