(von Dietrich Backmann, Münstersche Zeitung)

Dieter Sieger und Lackaffen gestalten eine ganze Hausfassade für die Domfreunde

MÜNSTER. Als Domfreund Theo Nettels mit dem Fahrrad stadtauswärts auf der Gartenstraße fahrend um das Gefängnis bog, da war er nach eigenen Worten „vonne Pötte“. Was er da sah an der Wand des Hauses Nummer 34, das fand er „richtig gut“: die gesamte Fassade bunt bemalt mit Variationen des Domlogos.
Das neue Kunstobjekt, im Entwurf eine Gemeinschaftsarbeit von Münsters Stardesigner Dieter Sieger und der Firma Lackaffen.de, sollte gestern in Anwesenheit vieler Domfreunde durch die Signatur Siegers der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt werden. Bis Sieger kam, um mit der Spraydose zu unterschreiben, musste Jan-Philipp Scharbert viel leiden. „Sie sind also der Lackaffe?!“, wurde er mehrfach begrüßt. „Sie sind das doch auch an der Warendorfer Straße?!“, wurde nachgefragt. Scharbert, der auch den Farbauftrag des Werkes ausgeführt hat, kennt das schon. Seine farbkräftigen Fassadenmalereien – vor allem Blumen und Insekten – fallen in der Stadt auf. Sie haben einen „hohen Wiedererkennungswert“, weiß Scharbert, und mit der Bezeichnung Lackaffe „da lebe ich mit!“ Auch dass er der Mann mit den „Bienchen und Blümchen ist“, nimmt er hin, obwohl die Tiere doch eigentlich Hornissen sind. Wie viele seiner Objekte gibt es in der Stadt? „Ein paar“, sagt er. Schließlich stellt sich heraus, dass es an die 100 sind. Scharbert hatte die zuvor leere Hauswand entdeckt, dann bei den Dom-freunden Dieter Sieger kennen gelernt. Den gemeinsamen Entwurf trugen sie an den Hauseigentümer heran, und der war „begeistert“. Ebenso begeistert ist Peter Glahn vom Vorstand der Domfreunde. Weil die Domfreunde soziale Projekte unterstützen, schlug Klaus Bleckmann vor, als Sponsoring die einzelnen Domtürme an der Hauswand zu „verkaufen“. Die Domfreunde seien schließlich ein Verein „leidenschaftlicher Münsteraner“. Deren Wirken ist dauerhaft. Die Fassadenfarbe wird 15 Jahre lang halten; wenn das Wetter mitspielt, gar 20. Und Peter Glahn plant schon ein „neues Projekt an markanter Stelle in der Innenstadt“, auch zusammen mit Lackaffen.de. Er verrät aber noch nicht, wo.

Nur der echte Dom ist größer: Das neue Gemälde in der Gartenstraße. MZ-Foto Backmann

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